Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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Wir wären ſehr undankbar, wenn wir das tadelten, was man uns zu gefallen thut.

Caroline hat ſich ganz verändert; ſie trägt ih⸗ ren neuen Schmuck mit vieler Behaglichkelt; es iſt nicht mehr die Griſette aus der Rue des Roſiers, ſondern die Kokette aus der Chauſſée d'Antin. Die Frauenzimmer bilden ſich in Allem weit raſcher aus als wir. Sehet dieſen Bauer: nach einem drei⸗ monatlichen Aufenthalte in der Stadt iſt er noch linkiſch und unbehülflich! Dieſes junge Bauern⸗ mädchen aber hat erſt ſeit acht Tagen ihre Heimath verlaſſen und bereits kennen ihre Eltern ſie nicht mehr vielleicht wird bäld auch ſie ihre Eltern nicht mehr kennen.

Vierzehn Tage ſind verſtrichen, ſeit Caroline ihr kleines Logis in der Rue Caumartin bewohnt. Ich ſehe ſie täglich, wage aber nicht zu behaupten, daß es Liebe iſt, was ich für ſie fühle, wenigſtens iſt dieſe Liebe nicht ſehr leidenſchaftlich; doch gefällt ſie mir immer gleich gut; ich glaube, daß ſie mich mehr liebt, als im Anfange unſerer Bekanntſchaftz wenigſtens ſagt ſie mir dies.

In manchen Erwartungen ſehe ich mich getäuſcht; denn ſie geht nicht mehr in ihr Magazin und ar⸗ beitet nuch zu Hauſe nicht; dagegen ſpielt ſie in Man ren, Ton und Haltung die vornehme Dame. Ich ſchlage ihr allerdings nichts ab, ſo oft ich auch den Entſchluß faſſe, meine Ausgaben einzuſchrän⸗

ken. Wie könnte man einem hübſchen Mädchen

etwas verweigern, das uns mit rührender Paul de Kock. XCII.