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Zweites Kapitel. Eine kleine Abhandlung, welche nichts Unterhaltendes darbietet.
Erſt nach fünf Uhr komme ich in Carolinens
Wohnung; mein Duell und ſeine Folgen haben
meine Abweſenheit verlängert. Sie ſchmält mit mir, daß ich, ohne ſie zu wecken, ausgegangen ſei und ſagt, ſie habe fortwährend mit der größten Unge⸗ duld auf mich gewartet. Lieber wäre es mir ge⸗ weſen, wenn ſie ſich gelangweilt hätte, doch ich be⸗ greife, daß ſie hinlänglich beſchäftigt war; in einem neuen Logis gibt es tauſenderlei zu thun und dann mußten auch die nöthigſten Einkäufe beſorgt werden: man zeigt mir einen ſehr eleganten neuen Hut und probirt ihn vor meinen Augen, übrigens ein zwan⸗ zigjähriges Mädchen mit hübſchem Geſicht und an⸗ muthiger Geſtalt könnte einen Zuckerhut aufſetzen und wäre noch ſchön. Caroline gefiele mir jedoch peſſer in einem Häubchen... indeß werde ich mich daran gewöhnen.
Die übrige Toilette muß natürlich dem Hute entſprechen. Ich wundere mich oft über die Wichtig⸗ keit, welche die Frauenzimmer allen jenen Fahnen und Bagatellen, die man Schmuck nennt, beilegen; mit welch feiner Berechnung ſie eine Blume oder ein Band anbringen; mit welcher Sorgfalt ſie eine Garnitur, ein Bouquet oder eine Haarlocke ordnen! Dies Alles iſt manchmal das Ergebniß mehrer Tage tiefen Nachdenkens. Aber machen wir ihnen deßhalb
keinen Vorwurf! Es geſchieht ja um unſertwillen.


