5 Nachbar von weitem:„Kein Vergleich, Herr Vau⸗ vert, kein Vergleich ich will keinen Vergleich, ſondern bin entſchloſſen, mich zu ſchlagen.“
„Sie hören,“ ſagt Vauvert zu mir,„er iſt vor Wuth ganz außer ſich! O, er iſt ſchrecklich, wenn er in Zorn geräth. Er hat überall geſagt, Einer müſſe fallen, entweder er oder Sie.“
Ich kann nur lachen über Raimunds Prahle⸗ reien, und zugleich beruhige ich den armen Vau⸗ vert, der kaum mehr weiß, wo ihm der Kopf fteht, denn er wohnte noch nie einer ähnlichen Fete bei. Endlich haben uns mein Nachbar und der Baron von Wiccheritche erreicht. Der Letztere trägt einen Hut mit acht Zoll hohen Ecken, den er tief auf das linke Ohr heruntergedrückt hat, was ihm das An⸗ ſehen eines Raufboldes aus der Rue Coquenard gibt.
„Mein Herr,“ beginnt Raimund, mit martia⸗ liſcher Miene auf mich zuſchreitend,„ich ſagte Ih⸗ nen, daß ich allein kommen würde, und dies war wirklich auch meine Abſicht; als ich aber durch das Palais⸗Royal ging, begegnete mir mein Freund Vauvert, der, eben im Begriffe, ein kleines Brod zu ſeinem zweiten Frühſtücke zu kaufen, Alles ver⸗ ließ und mir folgte, ſobald er gehört, daß ich mit Ihnen eine Ehrenſache hätte„— Das heißt,“ wendete Vauvert ein,„Sie haben mir nicht geſagt, um was es ſich handle: ich erfuhr es erſt an der Barriere; denn ſobald Sie mich erblickten, nahmen Sie mich am Arme, ohne mir Zeit zu laſſen, mein Journal zu bezahlen


