Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
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Es iſt ſchon ſehr ſpät bemerkt Caroline endlich halblaut.Ich muß Sie alſo verlaſſen? frage ich;ſind Sie jetzt nicht ihre eigene Herrin?

Sie ſchlägt die Augen nieder und gibt keine Ant⸗ wort; aber brauche ich ein anderes Zugeſtändniß2 Sie vertheidigt ſich nur ſchwach und ich benehme mich als ein ſo geſchicktes Kammermädchen, daß ſie in einem Augenblicke in der Nachttvilette ſich befin⸗ det, wenn man dies noch Toilette nennen kann; denn ich reiße Alles von ihr weg, Schnüre und Stecknadeln! Dieſe Hinderniſſe ſind ſehr ſchwach; denn glücklicher Weiſe will die Mode nicht, daß un⸗ ſere Damen einen eiſernen Harniſch tragen, aber auch dann würde die Liebe bald eine Breſche entdecken.

Ich wünſchte, noch auf ein ſüßeres Hinderniß zu ſtoßen; aber leider findet ſich dieſes nicht. Ach! Mamſell Caroline! das hätte ich mir denken kön⸗ nen! doch was thut'e! Iſt ſie darum weniger hübſch? Nein, gewiß nicht; und vielleicht gab ge⸗ rade dieſer Umſtand ihrer Phyſiognomie jenen bos⸗ haften und koketten Ausdruck, der mich verführte. Aber ich muß unwillkürlich daran denken, daß ein Anderer weit mehr erlangt hat, als ich, ohne dem Mädchen eine Wohnung zu geben; indeß tröſte ich mich mit dem Verſe:

Der erſte Schritt geſchieht, man denkt nicht dran! Nur der zweite wird mit Ueberlegung gemacht und es gewährt größeren Ruhm, ein Mädchen zu die⸗ ſem zu überreden. Dieſe Anſicht will ich mir ein⸗ prägen. 5