Während er dabei ſtets von der Bosheit des
Anklebens ſpricht, wiederholt der kleine Duckmäuſer
jeden Augenblick:„Ich kenn' ihnz's iſt Herr Rai⸗ mund, der meine Tante beſucht.“
Ich will gerade gehen, als ich mich umkehrend Raimund erblicke, der vor Agathens Fenſter auf⸗ und abſpaziert, den Angenehmen ſpielt und Blicke ſchleudert, auf welche man nur mit Gelächter ant⸗ wortet.
Der Unglückliche geräth in die Nähe ſeines Por⸗ träts; wenn Friquet ihn bemerkt, ſo iſt er verlo⸗ ren; denn der kleine Schreiber wird ihn Jedermann zeigen. Ich will meinem Nachbar dieſe Myſtifikation zu erſparen ſuchen, gehe deßhalb auf ihn zu, nehme ihn am Arme und will ihn mit mir fortführen:
„Kommen Sie, mein lieber Herr Nachbar, kom⸗ men Sie, wir wollen miteinander Kaffee trinken.“ —„Ich mag nicht, mein Freund; Sie ſehen, daß ich in einer Angelegenheit hier bin Ich paſſe Agathen auf und möchte mit ihr ſprechen.“—„Sie können ja ſpäter mit ihr reden, kommen Sie nur.“ —„Nein, die Zeit ſcheint mir günſtig; ſie läßt kein Auge von mir.“
In der That wirft das ſchelmiſche Mädchen, aus
Jurcht, Raimund könnte ſich entfernen, ihm Blicke
zu, daß man vor Lachen berſten möchte. Mein Nachbar, der ſie noch nie ſo freundlich geſehen, und der zugleich bemerkte, daß alle Arbeiterinnen aus dieſem Magazine fortwährend nach ihm heraus⸗ ſchauen, weiß ſich vor Freude nicht zu faſſen; er


