Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
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Silhouette, die man auf ein großes, weißes Papier geklebt und in höchſt leſerlicher Schrift die Worte darunter geſetzt hat:

Nachricht für Damen und Fräuleins. Das Original dieſes Porträts ſucht eine Ferſon von fünfzehn bis ſechsunddreißig Jahren, welche in einem Privatkabinette ein Diner annehmen möchte.

Leicht errathe ich den Urheber dieſes boshaften Sireiches; Agathe ſteht bei ihren Colleginnen unter der Thüre des Magazins und die Mädchen lachen unbändig beim Anblicke der Volksmenge, welche ſich um die Silhouette ſchaart und ihre Bemerkungen darüber macht. Ich habe Mitleiden mit dem armen Raimund; wenn ich es wagte, würde ich ſein dem Geſpötte der Vorübergehenden ausgeſetztes Geſicht herunterreißen; allerdings kann man ihn nach dem ſchwarzen Profil nicht leicht erkennen; indeß iſt die Phyſiognomie meines Nachbars ſehr vriginell und der Silhouetteur hat leider ihn vollkommen gut getroffen, was auch der Fall ſein mußte, da Rai⸗ mund einen ganzen Abend in der Bude deſſelben zubrachte. Unter den Neugierigen bemerke ich den kleinen Friquet, welchen man immer vor Anſchlä⸗ gen, Carricaturen, Kuchenhändlern, Bänkelſängern und allen Schauſpielen auf öffentlicher Straße findet. Der kleine Schreiber hat Raimund erkannt; er hält ſich den Bauch vor Lachen und ruft:Ich kenn' ihn! *s iſt Herr Raimund, der bei meiner Tante fingt! O, er iſt's! Welche Bosheit, ihn da anzukleben!