Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

92

mit ihm zu diniren; ich weigere mich zuerſt, bald aber läßt der Wunſch, ihn zum Beſten zu haben, auf ſeine Koſten zu lachen, kurz, mich zu amüfiren, mich einen anderen Entſchluß faſſen. Du weißt wohl, wie unbeſonnen ich bin... Ich dachte gar nicht daran, daß Gerville mir begegnen könnte, auf den ich, offen geſtanden, wenig halte; deßhalb willigte ich ein und ließ mich von dem armen Rai⸗ mund, der ſeinen Triumph geſichert glaubt, wäh⸗ rend ich noch nie die Adſicht hatte, ihm etwas zu gewähren, in ein Privatkabinet führen.— Wir wollen auf ſeine Geſundheit trinken.— Recht gerne. — Iſt dies der Coup du milieu?— Rur ein wenig Geduld, wir ſiad noch nicht ſo weit! Dieſer Vol- au-vent iſt köſtlich, ſo wie dieſer mit Madeira und Trüffeln zubereitete Braten!— Und dieſe jungen Rebhühner, ebenfalls mit Trüffeln! Ach, der arme Raimund! Sehen Sie, der Böſewicht ließ an Alles Trüffeln thun.“

Die Kellnerin kommt mit dem Rhum und dem zweiten Gedecke.—„Ach, mein Gott!“ ruft Agathe, „Trüffeln mit Champagner! das iſt ja zum Ster⸗ ben. Und was ißt der Nachbar2— Ein Huhn mit Reis, Madame.— O, dies iſt erfriſchend; geben Sie ihm auch gedörrte Pflaumen zum Deſſert: ſie erweichen.“

Die Kellnerin geht. Trefflich laſſen wir uns die Trüffeln, das Hühnchen und die Krebſe ſchmecken, deren Scheeren Agathe an Raimund ſchicken will. Auch vergeſſen wir den Coup du milien nicht; meine