Teil eines Werkes 
2. Th. (1846)
Entstehung
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Nicette hatte bereits zu ſprechen aufgehört und ich war immer noch ganz Ohr. Ihre Anhänglichkeit rührte mich; ſie wollte mir ſo nahe als möglich ſein, und die Art, auf welche fie dies ausdrückte, war ſo natürlich, ſo einfach, daß man glauben ſollte, ſie hätte nur ihre Pflicht gethan.

„Sie ſprechen ja nicht mit mir, mein Herr; ſind Sie böſe, daß ich mein Quartier verlaſſen habe und hieher gezogen bin? Ach, wenn dies der Fall iſt, ſo will ich ein anderes Zimmer ſuchen und weit von hier weggehen, wo Sie mich nimmer ſehen werden!— Wie? Ich ſollte böſe ſein über Ihre Nähe? Warum können Sie doch ſo ſprechen, Nicette? Wiſſen Sie denn nicht, welchen Antheil ich an Ihnen nehme?— Ach! verzeihen Sie, mein Herr, ich hätte Sie vielleicht um Erlaubniß bitten ſollen... Sie ſind mein Beſchützer.— Stille, Sie find ein Kind. Es iſt mir recht lieb, daß Sie in dieſem Viertel logiren. Ich werde Sie oft ſehen, und das macht mir immer Freude.— Mir gleich⸗ falls, mein Herr. Indeß werde ich nicht mehr ſo frei ſein, Sie an Ihrer Thüre zu erwarten. Ich habe es heute nur gethan, um Ihnen Rechenſchaft über mein Betragen abzulegen, und damit Sie wiſſen, wo ich gegenwärtig bin.— Keine Entſchul⸗ digung, meine liebe Freundin... ich ſehe Sie ſo gerne ach, Nicette, welche grauſame und zu⸗ gleich entzückende Nacht habe ich bei Ihnen verlebt! ich werde mein ganzes Leben daran denken. Wohl hätte ich nicht zweimal denſelben Muth.— Sprechen