10
mich auf einen Augenblick in ſeine Einſiedelei ein⸗ treten, wo er ohne Weiteres ſogleich auf den Haupt⸗ gegenſtand meiner Wißbegierde eingeht.„Sie heißt Caroline.— Ich weiß es.— Sie iſt Blumenmache⸗ rin.— Ich weiß es ebenfalls.— Sie zählt achtzehn Jahre.— Ich glaub's.— Sie hat keinen Liebhaber. — Ich hoffte es.— Sie will tugendhaft bleiben. — Ich zweifle daran.— Sie hat Sie bemerkt.— Natürlich.— Sie werden ihr gefallen.— Das wün⸗ ſche ich.— Sie arbeitet in der Rue Sainte⸗Appo⸗ line, von Morgens acht bis Abends acht Uhr.— Ich will nicht weiter wiſſen.“
Der vortreffliche Wahrſager erhält eine Beloh⸗ nung von mir und ich gehe, den Heimweg einſchla⸗ gend, in den Garten hinab, der bereits leer zu werden anfängt. Nun weiß ich doch endlich, wo ich Mamſell Carvline treffen kann.
An der Silhouettenbude vorübergehend glaube ich eine Stimme zu hören, die mir nicht fremd däucht. Ich bleibe ſtehen man ſtreitet ſich in dem kleinen Kabinette von geöltem Papier und ich erkenne die Stimme meines Nachbars Raimund. Was zum Henker macht er hier? Wir wollen hö⸗ ren; der Silhouettenfabrikant ſpricht in dieſem Au⸗ genblicke:
„Mein Herr, es iſt halb zwolf Uhr; Alles iſt fort, ich muß auch aufpacken.— Noch eine Sil⸗
houette, mein Freund, dann gehe ich.— Mein
Herr, Sie find ſchon ſeit mehr als zwei Stunden in meinem Kabinet. Ich habe Sie bereits fieben⸗


