Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

78

Streiche machſt als je, daß Du nur an Dein

Vergnügen denkſt, daß Du jede Geliebte hinter⸗

gehſt und daß man Dir Deine Untreue mit dop⸗

pelter Münze heimbezahlt.“

Wie ſie es doch ſo gut trifft! Es iſt zum Staunen. „Man hat mir nicht eine vernünftige Hand⸗

lung von Dir erzählt.“

Ach, meine liebe Schweſter, wenn Du die Ge⸗

ſchichte der vergangenen Nacht wüßteſt!... Und man

verläumdet mich... man behandelt mich als einen Wiüſtling!... Ach, Nicette, Du biſt ſo hübſch, und ich habe mir wahrhaftig ein großes Verdienſt erwor⸗ ben, daß ich mich mäßigte.

„Ich hoffe indeß, Du werdeſt nicht unverbeſſer⸗ lich ſein. Komm' doch ſchnell zu uns. Wir haben auch hübſche Frauenzimmer hier; ſie ſind ſittſam und tugendhaft; dieß muß meiner Anſicht nach ihre Schönheit noch erhöhen.“

O, ohne Zweifel, ſehr hübſche Frauenzimmer: überſpannt, affectirt, ſpröde oder Zieraffen! Und welche Tournüren!... Kurz, Landpomeranzen, und damit iſt Alles geſagt. Was ihre Tugend betrifft, ſo iſt es möglich, daß.. aber man darf dem Scheine nicht trauen, das weiß ich am beſten; denn ich hätte geſchworen, Nicette wäre ein kleiner Gaſſen⸗ vogel.

„Mein Mann ſchickt Dir hier eine Note über einige Commiſſionen, um deren Beſorgung er Dich bittet. Er bereitet auf Deine Ankunft herrliche Fiſchpartieen vor und ich werde mich glücklich