„Mein lieber Eugen, wir haben Ende Juli und Du biſt noch nicht gekommen. Sollte der Aufenthalt in Paris Dich Deine Verwandten, die Dich lieben und ſich unaufhörlich mit Dir und Deiner Zukunft beſchäftigen, ganz vergeſſen laſſen?“ Mit meiner Zukunft? Ah! ich begreife... wieder eine Heirath, die man mir vorſchlägt. Von welcher Wuth iſt doch Amalie beſeſſen, daß ſie mich beſtän⸗ dig unter den Pantoffel bringen will! Wahrhaftig, ſie iſt ſchlimmer als ein Vormund in der Komödie. Weiter:
„Du mußt gewiß überdrüſſig ſein jener zahl⸗ reichen Eroberungen, jener galanten Abenteuer, jener Frauenzimmer endlich, die allein nach dem Vergnügen trachten und die Dich eben ſo ſchnell vergeſſen, als ſie Dich angebetet haben...“
Ha ha, welche Sarkasmen! Sie täuſchen ſich gewaltig, mein liebes Schweſterlein. Ich bin keines⸗ wegs der Eroberungen überdrüſſig; die, welche ich mache, ſind nicht alle ſo leicht, als Sie meinen. Aber in der Provinz ſind die Leute noch boshafter, laſterſüchtiger, denn zu Paris, und ſeit meine Schweſter die Hauptſtadt verlaſſen hat, nimmt ſie gegen mich einen großmütterlichen Predigtton an. Doch ſie hat ein gutes Herz und ich kann es ihr gerade nicht verdenken, wenn ſie ſich fortwährend mit mir beſchäftigt. Wo bin ich ſtehen geblieben 2...
„als ſie Dich angebetet haben. Ich erhalte öfters
Nachricht über Dich durch Leute, welche von Pa⸗
ris kommen: ich weiß, daß Du unbeſonnenere


