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„Gewiß nicht, mein Herr.“
Ich führe das Mädchen an die Treppe und wir ſteigen dieſelbe ſo ſachte als möglich hinauf. Wäre ich doch bald oben! Wenn Jemand eine Thüre öff⸗ nete, könnte ich Nicette nicht vesbergen, da ich nicht einmal einen Karrik ihr umzuwerfen hätte; denn es iſt Sommer.
Ich wohne im vierten Stocke. Wenn ein lediger Mann in der Rue St. Florentin ein hübſches Logis hat, ſo koſtet es ihn eine namhafte Summe, ſelbſt wenn er oben wohnt. Auf dem nämlichen Boden mit mir wohnt ein Original von ſechsund⸗ dreißig bis vierzig Jahren: ſeine Phyſiognomie wäre unwichtig, wenn nicht ſeine Grillen dieſelbe komiſch machten; er hat einen mittlern Wuchs und will ſich eine leichte Haltung geben, trotz einer Beleibtheit, die mit jedem Tage an Umfang zunimmt. Seine viertauſend Pfund Renten jährlich verſetzen ihn in die Lage, ſich nur mit den Angelegenheiten Anderer zu veſchäftigen; dabei hält er ſich für einen Dichter, Maler und Muſiker, kurz, er glaubt alle möglichen Talente zu beſitzen, wird aber von Jedermann, be⸗ ſonders von den Frauenzimmern, verſpottet. Deſſen⸗ ungeachtet drängt er ſich überall vor: er feylt bei keiner Reunion, bei keinem Balle, vei keinem Con⸗ certe, weil man in der Welt Diejenigen liebt, welche Lachen erregen, ſei es nun durch ihren Witz oder durch ihre Lächerlichkeiten.
Wir haben bereits meinen Stock erreicht, als Herr Raimund raſch ſeine Thüre öffnet und im


