Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
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Blumenhändlerin von der Straßenecke hinweg zum Uebernachten nach Hauſe zu nehmen! Dieß wird dem geneigten Leſer gleichfalls ſeltſam vorkommen, wenn er bedenkt, daß ich in der Rue St. Florentin, nahe bei den Tuilerien, wohne und, wie man bereits geſehen haben wird, ein kleiner Stutzer bin, aber ein Stutzer, der den Griſetten nachläuft!... Nun, es war zum Zeitvertreibe. Ich bin übrigens kein Geck, auf Ehre, und wenn ein Hang, den ich nicht be⸗ meiſtern kann, mich fortwährend zu dem ſchönen Geſchlechte hinzieht und mich Rang und Stand ver⸗ geſſen läßt, ſo ſpreche ich eben mit dem Dichter: „Dieß war des Schickſals Schuld!“

Eben ſo wenig jedoch gehöre ich zu denjenigen, die ſich über alle Convenienz hinwegſetzen; ich will in dem Hauſe, wo ich wohne, für keinen Menſchen gelten, der die erſie beſte Straßendirne aufgreift, und in meinem Hauſe gibt es, wie überall, böſe Zungen! Beſonders ein gewiſſer Nachbar... ah!

Vor Allem darf alſo Nicette nicht geſehen wer⸗ den. Beim Eintritte wird ſich dieß hoffentlich leicht machen: es iſt wenigſtens ſchon ein Uhr Morgens. Meine Portiere wird zu Bette gegangen ſein; wenn ich dann klopfe, ſo fragt ſie von ihrem Bette aus: Wer iſt's? Nachher zieht ſie das Schloß auf, ohne ſich weiter um mich zu bekümmern. Nicette kann alſo unbemerkt mit mir die Treppe hinaufſteigen. Aber morgen, wenn ſie gehen will!... Madame Dupont, meine Portiere, iſt neugierig und eine Schwätzerin⸗ wie von einer Portiere nicht anders zu erwarten