Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

36

mälig wieder ab und auch meine üble Laune ward ein wenig gemildert. Nicette iſt nicht Schuld, daß

ich beohrfeigt wurde; ich will ſie es alſo nicht ent⸗ gelten laſſen, ſondern ſo viel als möglich die arme 1 Kleine tröſten, deren Schmerz der letztere Vorfall noch geſteigert hat.

„Sie hatten recht, Nicelte: Ihre Mutter iſt eine böſe Frau.“

„O ja, mein Herr! Nun werden Sie mir glau⸗ ben. Aber ich bin untröſtlich über das, was Ihnen 3 begegnet iſt. Wären jedoch Sie nicht da geweſen, ſo würde ich noch weit ſchlimmer empfangen wor⸗

den ſein.“

„In dieſem Falle iſt's noch gut gegangen.“

„Meine Mutter iſt hitzig.“

„Allerdings.“

„Sie hat eine leichte Hand.“

„Ich habe dieſelbe ſehr ſchwer gefunden.“

„Sie klopft mich wegen jeder Bagatelle, beſon⸗ ders ſeit ich dem Beauviſage einen Korb gegeben. Ach, ich bin höchſt unglücklich!... Wahrhaftig, ich ſtürze mich noch in den Ourcgkanal.“

„Beruhigen Sie ſich doch; die Hauptſache iſt jetzt⸗ ein Nachtlager für Sie ausfindig zu machen, denn Ihre Mutter wird Sie keineswegs aufnehmen. Ha⸗ ben Sie vielleicht Verwandte in dieſem Viertel?“ „Ach Gott! nein, keinen Menſchen... eine Tante,

welche in der Vorſtadt St. Denis wohnt; aber ſie würde mich ebenfalls abweiſen, aus Furcht, mit meiner Mutter Streit zu bekommen.“