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voch höre ich eiſerne Riegel zurückſchieben, als wollte man aufſchließen. Ich flüſtere Nicette zu:
„Sie ſehen, meine Stimme und meine Vorßtel⸗ lung haben gefruchtet; ich wußte wohl, daß Ihre Mutter ſich beſchwichtigen laſſen würde. Trocknen Sie Ihre Thränen, ſie wird herauskommen; ich will ihr ſchon Vernunft beibringen und Sie dürfen nicht auf der Straße übernachten.“
Nicette hörte mich an, zweifelte aber, daß ich Begnadigung für ſie erlangen würde. Indeß dauerte das Geräuſch fort und wirklich ging der Laden auf;z Madame Jerome erſchien unter der Thüre im Un⸗ terrocke und mit einer Nachthaube.
Näher tretend will ich zu Gunſten des Mädchens, das kaum athmete, unterhandeln; eine Phraſe, wo⸗ von ich mir Rührung des Mutterherzens verſpreche, habe ich bereits auf der Zunge, aber Madame Je⸗ rome läßt mich nicht zu Worte kommen.
„Du biſt's alſo,“ ruft ſie,„der dieſe ſchamloſe Dirne begleitet und mich lehren will, wie ich meine Töchter behandeln ſoll! Da haſt Du Etwas für Deine Mühe!“
In demſelben Augenblicke gibt mir die Obſthänd⸗ lerin eine ſo derbe Ohrfeige, daß ich auf die andere Seite der Straße wanke; dann geht ſie wieder in ihren Laden und ſchlägt die Thüre uns vor der Naſe zu.


