Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
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Dieſen Morgen hat ſie verſprochen, abermals nach Montmartre ſpazieren zu gehen und ganz ſentimen⸗ tal Milch zu trinken. Mich mußte ſie mitnehmen, denn die Mutter hätte ſie nicht allein ausgehen laſſen. Wir ſchützten den Beſuch einer Tante vor, die auf dem Boulevard Orangen verkauft. Dieß war ein Streich meiner Schweſter. Ich begleitete ſie nur ungerne, beſonders da Finemouche mir öfters verliebte Blicke zuwirft, die ich aber nicht erwiedere,

ſo wahr ich ein ehrliches Mädchen bin. In Mont⸗

martre trafen wir den Brauknecht, der ciner Jeden

von uns ſeine Galanterien vorſchwatzte. Endlich

nach zweiſtündigem Spaziergange ſagte ich: Wir müſſen auch an's Heimgehen denken.“ Aber Fine⸗ mouche erwiederte:„Laſſen Sie uns auf ein Viertel⸗ ſtündchen in den großen Salon gehen, einen Sa⸗ lat eſſen und einen Walzer reißen.“ Ich wollte nicht einwilligen; aber meine Schweſter liebt das Walzen und den Salat, und ſo mußte ich nachgeben. Wir kommen alſo in den großen Salon; Frän⸗ zele tanzt mit Finemouche: bis dahin war Alles in Ordnung. Jetzt führt der Zufall den Beauviſage her, einen Wurſthändlersknecht aus unſerer Straße; dieß iſt ein Bürſchchen, das allen Mädchen den Hof macht und ſich dabei in mich verliebt ſtellt.“

„Es ſcheint, Jungfer Nicette, daß es Ihnen nicht an Verehrern mangelt.“

„Ich habe deren übrig genug, aber nicht durch meine Schuld; Gott weiß, daß ich ſie immer mit Kälte empfange aber je zurückhaltender man