Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
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„Bouquets, mein Herr, und zwar immer friſche; darauf bin ich ſtolz.“

Alſo eine Blumenhändlerin! Nun, das laß ich mir gefallen; es verkürzt in meinen Augen den wei⸗ ten Weg. Ich hätte gerade nicht gerne bei einer Häringsverkäuferin den Cavalier gemacht; jedoch ſoll man, wenn es ſich um eine Dienſtleiſtung handelt, an ſolche Kleinlichkeiten ſich kehren? Aber der Teu⸗ fel Eigenliebe kommt immer in's Spiel; übrigens bin ich nicht mehr werth als ein Anderer, vielleicht weniger. Der Leſer mag darüber urtheilen.

„Ah, Sie verkaufen Bouquets?“

„Ja, mein Herr, und wenn Sie recht ſchöne wollen, ſo kommen Sie nur zu mir; es ſtehen Ihnen jederzeit zu Dienſten, bei Tag wie bei Nacht.“ „Ich danke. Aber wie kommt's, daß Sie von Ihrer Wohnung in der Vorſtadt St. Germain aus nach der Barriere Montmartre zum Tanze gehen? Es gibt doch gewiß auch Bälle in Ihrem Viertel.“

„Das will ich Ihnen ſagen. Das Fränzele, meine Schweſter, hat einen Geliebten, Namens Finemouche, einen Brauknecht, dabei einen hübſchen Menſchen mit braunen Haaren, in den ſich alle Mädchen des Biertels vergaffen. Meine Mutter ſagt, es ſei ein lockerer Vogel und will nicht dul⸗ den, daß die Schweſter ihm Gehör ſchenke; das Fränzele abe hält wie eine Kleite an ihm und gibt ſich alle Mühe, recht oft mit Finemvuche bei⸗ ſammen zu ſein, jedoch unter der Bedingung, daß er ihr nur aus redlicher Abſicht den Hof mache