Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
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weinen Sie nicht mehr und nehmen Sie meinen Arm; ich will Sie zu Ihrer Mutter führen.“

„Wirk.. wirklich?“

Das Mädchen hüpſt vor Freude in die Höhe: ich glaube, ſie hätte mich ſogar gerne geküßt, doch begnügt ſie ſich, meinen Arm zu ergreifen, drückt ihn feſt an den ihrigen und ſagt zu mir:

„Ach, ich wußte wohl, daß Sie mich nicht in meiner Verlegenheit ſtecken laſſen würden! Ich bin ein ehrbares Mädchen, mein Herr; das ganze Viertel muß Ihnen bezeugen, daß Nicette's Ruf ſo rein wie eine Felſenquelle iſt. Aber meine Mutter iſt ſo böſe und meine Schweſter eiferfüchtig, weil ſie behaup⸗ tet, daß ich verführeriſche Blicke nach Finemonche werfe.“

„Sie können mir dieß Alles unterwegs erzählen. Wo geht es jetzt hin?“

„O, es iſt nur eine kurze Strecke; ich vettauſc in Croir⸗Rouge und wohne in der Rue St. Mar⸗ guerite, wo meine Mutter eine Obſtbude hat.“

Von der Vorſtadt Montmartre bis nach Croix⸗ Rouge: welch' ein ſterbenslanger Weg! Wenn doch nur ein Fiaker daher käme! Ich glaube, ich würde ſo⸗ gar das Cabrivlet des beſoffenen Franz wieder be⸗ ſteigen und ſollte auch gleich Balotte Reißaus neh⸗ men; aber nirgends ein Gefährt! Doch nur nicht gezaudert! Ich nehme Nicette am Arme und führe ſie mit verdoppelten Schritten weiter.

„Sie ſind eine Händlerin, Ricette, und was verkaufen Sie denn?“