Drittes Kapitel.
Die Blumenhändlerin.
„Ach, mein Herr!.. retten Sie mich.. führen Sie mich. beſchützen Sie mich gegen den Schurken Beauviſage, der geſagt hat, daß er mich den Klauen eines Jeden entreißen werde! Hören Sie, wie er den jungen Finemouche durchprügelt, der doch ein rechter Tropf iſt! Meine Schweſter war nicht dumm: ſie hat Reißaus genommen, ſobald es Tachteln reg⸗ nete. Nun habe ich allein Alles auf dem Nacken, während die Schweſter vielleicht bei der Mutter über mich läſtert. Nur Sie können mir helfen, mein Herr, ſonſt bin ich ein verlorenes Mädchen.“
Während die Unbekannte in dieſer Weiſe ihr Lied abſingt und ſich nur unterbricht, um mit der Kehr⸗ ſeite ihrer Hände ihre Thränen zu trocknen, betrachte ich den Gegenſtand meines neuen Abenteuers und ſuche beim Scheine einer traurigen Straßenlaterne ihre Züge zu erforſchen.
Sprache und Tracht zeigen mir ſehr ſchnell, mit wem ich es zu thun habe. Ein rothes, mit einem ſchwarzſammtnen Gürtel befeſtigtes Kleid, eine große Haube mit breiten Spitzen, ein farbiges, vorn ge⸗ bundenes Haltztuch, über dem ſich ein großes Kreuz à la Jeannette ſchaukelt— dießmal kann ich mich nicht täuſchen, denn alle Anzeichen deuten darauf hin,


