Teil eines Werkes 
1. Th. (1846)
Entstehung
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Alles umſonſt. Aber gerade der Widerſtand ſteigerte mein Verlangen; dumm genug, glaubte ich eines Abends einer jungen Unſchuld zu begegnen und be⸗ gleitete ſie eine furze Strecke, als meine Schöne, an ihrer Thüre angelangt, mich einlud, mit ihr hinauf⸗ zugehen. Meine Leſer mögen mir jedoch glauben, daß ich mich wohl davor hütete. Indeß nirgends mehr als in Paris trügt der äußere Schein! Die geübteſten Kenner laſſen ſich daſelbſt manchmal irre leiten; ich ſelbſt traue mir einen Kennerblick zu, denn ich habe in der Welt der Erfahrungen viele gemacht und dennoch ſehe ich mich gar oft getäuſcht.

Unter derartigen Betrachtungen ſchlenderte ich ne⸗ ben meiner hübſchen Blumenmacherin einher. Es war ein verteufelt weiter Weg. Wir gingen über die Boulevards Montmartre yoiſſonniére und Bonne⸗Nouvelle, an den kleinen Theatern vorbei. Nun, die Jungfer wohnt wohl dort im Marais, denke ich. Doch nein; jetzt kommt die Rue Cher⸗ lot, die Rue Bretagne und die alte Temple⸗Straße: immer weiter. Glücklicher Weiſe iſt das Wetter ſchön. Uebrigens müſſen wir einmal an's Ziel kommen! Ja, dann aber wird man mir die Thüre vor der Naſe zuſchlagen; doch was macht's? Ich lief ja ohnehin in ſo langer Weile herum, und jetzt hatte

ich doch für meinen Spaziergang einen Zweck. Auf ziergang

dieſe Weiſe kann ſich in Paris Jedermann leicht die Zeit vertreiben; er darf nur dem erſten beſten ſchel⸗ miſchen Geſichtchen folgen, das er erblickt. Ich kenne viele Leute, die nichts Anderes thun und dadurch ihre