ſie bald ruhiger und mit vollkommenem Bewußiſein erwacht. Meine Gegenwart ſcheint ihr wohl zu thun, denn ſie lächelt die Mutter an und bittet mit faſt erſtickter Stimme: 2
„Erlauben Sie, liebe Mutter, daß ich mit Andreas einige Worte rede.. zum letzten Male. Dann will ich Sie nicht mehr verlaſſen.“
Die Gräfin umarmt ſiec, worauf der Arzt die Mutter in's Nebenzimmer führt. So ſtehe ich denn allein vor Adolphinens Bett; ihre Augen find vom Weinen aufgeſchwollen. Sie reicht mir, der ich kaum das Schluchzen unterdrücken kann, ihre Hand und ſagt:
„Andreas, meine letzte Stunde iſt nahe; ich bin es zufrieden, denn ich kann doch nicht mehr glücklich ſein. Sage mir, daß Du mich geliebt haſt... nenne mich noch einmal Deine Adolphine wie in den ſchönen Tagen unſerer Kindheit.. und ich ſterbe zufriedener.“
„Adolphine!... meine Adolphine!. bleibe bei uns bei mir... bei Deiner Mutter! Bleibe bei uns, die wir Dich lieben... und wie lieben...“
„Nein, Andreas. genug jetzt. ich ſterbe glücklich. lebe wohl, und verlaß meine Mutter nicht.
Ich will noch einmal ihre Hand drücken, aber ſie iſt eiskalt.. Adolphine hat die Augen auf immer geſchloſſen!
In dem nämlichen Moment kommt die Gräfin zurück. Schnell gehe ich ihr entgegen und nehme ſie mit in's andere Zimmer. Sie fragt nach ihrer Toch⸗


