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„Ich komme eben von Ihrer Wohnung, Herr Andreas,“ ſagt ſie, bedeutſam lächelnd. Ich winke ihr zu ſchweigen, aber ſie verſteht mich nicht oder will mich nicht verſtehen.
„Du haſt Niemand gefunden!“ ſagt die Frau Gräfin.
„Doch, doch, gnädige Frau: eine recht liebens⸗ würdige Perſon.“
„Gewiß ſeinen Bruder!“
„Nein, Madame, es war kein Herr.“
Die Frau Gräfin hält mit Fragen ein, aber Adol⸗ phine ſieht mich erſtaunt an. Ihr blaſſes Antlitz be⸗ deckt ſich mit einer flüchtigen Röthe. Ehe ich Lurilie zuwinken kann, hat ſie mein Geheimniß bereits ver⸗ rathen.
„Entſchuldigen Sie gütigſt, gnädige Frau aber Herr Andreas hat uns nichts davon geſagt, daß.. denken Sie, Madame... daß er verheirathet ſei.“
„Verheirathet?“
„Ja, Madame, mit ſeiner lieben Nanette, die ich heute zuerſt geſehen habe und in der That allerliebſt fand.“
„Iſt dem ſo, Andreas?“ fragt meine Wohlthäterin.
„Ja, Madame,“ ſtottere ich verlegen.
„Und warum ſagteſt Du das nicht?“
Während ich nach einem Vorwande ſuche, blicke ich zufällig auf Adolphine. Großer Gott! blaß wie der Tod, iſt ſie bewußtlos in die Ecke des Sopha's
geſunken. Auf meinen Schrei ſieht ſich die Frau
Gräfin nach ihrer Tochter um. Schnell eilt ſie ihr


