Teil eines Werkes 
5. Th. (1846)
Entstehung
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ihre Wangen. Eben will ich ihre Hand ergreifen, als die Frau Gräfin in's Zimmer tritt.

Was fehlt Dir, Adolphine? fragt ſie, erſchreckt über den Zuſtand ihrer Tochter.

Nichts, Mutter, Nichts! ſtottert ſie und verſucht zu lächeln.Ein Schwindel.

Armes Kind!

Ich will den Arzt holen, aber Adolphine gibt es nicht zu. Bald gelingt es ihr, die Mutter zu be⸗ ruhigen; aber mich täuſcht ſie nicht.

Tief bewegt kehre ich nach Haus zurück. Ver⸗ gebens ſuche ich zu arbeiten: es will nicht gehen; kaum kann ich den Pinſel halten. Ich lege mich bald in's Bett nieder, aber die Erlebniſſe dieſes Tages laſſen mir keine Ruhe. Mitten in der Nacht wache ich auf; Nanette iſt nicht bei mir! Ueberraſcht, un⸗ ruhig ſtehe ich in aller Stille auf. Endlich ſehe ich ſie im Nebenzimmer beim Schein ihres Lämpchens an der Arbeit ſitzen. Die Gute! während ich glaube, daß ſie ſchläft, arbeitet ſie die Nächte durch!

Sie hat mich gehört und kommt erröthend auf mich zu. Und was thut ſie? Sie bittet mich um Verzeihung, daß ſie in der Nacht arbeite, und ver⸗ ſichert mich, daß es keine Anſtrengung, ſondern ein Vergnügen für ſie ſei. So viel Liebe, ſo viel Güte kann mich an Nanette nicht mehr überraſchen; ich kenne ſie. Aber wie quält es mich, daß ich ihr nicht nach Verdienſt dafür lohnen kann! Und was antwortet ſie? Meine Liebe ſei ihr ſchönſter Lohn!

Solcher Edelmuth befeuert meinen Muthauf's