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Wir ſind jetzt drei Monate vermählt. Ich habe inzwiſchen mein Gemälde verkauft, aber der Käufer meiner früheren Arbeiten iſt leider auf dem Lande; das letzt gefertigte iſt nicht ganz nach Wunſch ge⸗ lungen. Mein Weibchen ſteckte mir zu viel im Sinn; dafür will ich dem neuen allen meinen Fleiß und alle meine Liebe zuwenden. Aber wie wird es mir gehen, bis es fertig iſt! Werden nicht die beiden Damen allerlei dringende Bedürfniſſe haben? denn das letzte Geld muß bald ausgegeben ſein. Dazu kommt, daß mein eigener Hausſtand, wie beſcheiden er ſein mag⸗ immerhin Auslagen verlangt. Oft wird es mir etwas ſchwül vabei, und nicht immer gelingt es Nanette, die Sorge von meiner Stirne wegzu⸗ lächeln.
Zwar betheuert ſie ein über's andere Mal, daß ſie Nichts brauche für die Haushaltung, und heißt mich unbeſorgt ſein für die Zukunft; allein wie ſoll es werden, wenn die junge Marquiſin ernſtlich krank wird, wozu es, leider! ganz den Anſchein hat?
Eines Tages, als ich vie beiden Damen beſuchen will, treffe ich Niemand als— Adolphine. Die Gräfin und Lucilie ſind Beide ausgegangen.
Ich bin mit Adolphine nicht allein geweſen ſeit jenem verhängnißvollen Tage, wo ich ihr meine Liebe geſtand und bald darauf vom Grafen überraſcht wurde. O, wie ſchmerzlich iſt mir der Gedanke! Ich weiß nicht, ob Adolphine gleichfalls dieſes Um⸗ ſtandes gedenkt; aber ſie ſcheint eben ſo verwirrt wie ich.


