Teil eines Werkes 
5. Th. (1846)
Entstehung
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ſo lange habe auf mich warten laſſen; ſie will, daß ich öfter komme, weil ſie Niemand ſehe und ſpreche außer mir. Adolphine iſt noch immer ſchwach und leidend. Ich habe bisher keine Gelegenheit gehabt, ſie allein zu ſehen, auch wünſche ich ſie nicht mehr herbei; im Gegentheil, mir ſcheint, ich würde dann noch verlegener ſein.

Madame erkundigt ſich theilnehmend nach dem Erſolge meiner Arbeiten. Ich antworte ihr, daß es auf's Beſte gehe. Aus dergleichen Nothlügen, in reiner Abſicht geſagt, mache ich mir kein Gewiſſen.

Gottlob, daß es Dir gut geht, Andreas, ſagt ſie.Ich wünſche nur, Dein edles Benehmen wäre überall bekannt!

Ehe ich fortgehe, erkundige ich mich bei Lucilien, ob die Frau Gräfin und ihre Lochter im Geringſten Mangel leiden. Bei der Gelegenheit höre ich, daß Erſtere ſtickt, wenn Letztere ſchläft, damit ihre Toch⸗ ter ja nichts davon merke. Arme, arme Frau, da ſieht man, wie beneidenswerth der Reichthum iſt geſchwind zu meinem Pinſel zurück!

Ein Lächeln Nanettens verſcheucht alle trüben Gedanken. Als ich ihr die Urſache meiner Betrüb⸗ niß erzähle, küßt ſie mich und ſagt:

Wir ſind Beide noch jung, mein Freund! Ar⸗ beiten wir tüchtig vorwärts, dann wirſt Du bald mehr thun können für Deine alte Wohlthäterin und gewiß nicht weniger glöcklich ſein.

Meine Antwort iſt, daß ich ſie an mein Herz drücke.