Teil eines Werkes 
5. Th. (1846)
Entstehung
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125 Schon aufgeſtanden? ruft die Gräfin und eilt ihr entgegen.

Ja, Mutter: ich wollte Andreas ſehen; ich habe

ſo lange nicht das Vergnügen gehabt. S Sch ſtehe wie eingewurzelt vor ihr. Wer be⸗ greift, was ich in dem Augenblicke fühle! Es über⸗ läuft mich baks heiß, bald kalt. Ich verſuche zu reden; umſonſt! Luſt und Leid theilen ſich in mich: letztere Empfindung ünerwiegt, wie mir ſcheint.

Madame. ſtottere ich kaum vernehmlich.

Deine Freundin, Deine Sohwefter ſteht vor Dir, ſagt die Gräfin.Gib Andreas die Hand, Adolphine.

Ich nähere mich ihr und ergreife die Hand, die ſie mir hinhält, aber mit abgewandtem Antlitz; ich glaube eine Thräne in ihrem Auge zu ſehen. Mit heißen Küſſen vedecke ich die Hand, die in der mei⸗ nigen brennt und zittert.

Um meiner ſchmerzlichen Verlegenheit ein Ende zu machen, erkundigt ſich die Gräfin nach meiner Mut⸗ ter, nach Bernhard und meinen alten Freunden.

Mit größtem Wohlgefallen hört ſie, was ich für meine Mutter gethan habe.

Du biſt ein eben ſo guter Sohn, antwortet ſie,

als warmer Freund. Aus Furcht, meine Hülfe verſchmäht zu ſehen,

verſchweige ich meiner Wohlthäterin meine Heirath

mit Nanette.

Adolphine ſpricht wenig. Sie ſieht mich oft heim⸗

lich an; ſobald ſich aber unſere Blicke begegnen, Paul de Kock LXRXRVIMI.