124
Laſt; ich„ich bin ſtolz auf Deine Wohlthaten. Aber ſprich, mein Freund, Du darbſt um unſert⸗ willen?“ ½ „Gewiß nicht, edle Frau: ich bin noch reich; Ihnen verdanke ich die Bildung, die mir ein er⸗ wünſchtes Auskommen ſichert. Sie haben mich oft⸗ mals Sohn genannt, erlauben Sie, daß ich dieſes ſchönen Namens mich würdig zeige. Vertrauen Sie mir die Sorge für Ihre Zukunft: Gottlob, ich kann ſie auf mich nehmen. Nicht wahr, Sie gewähren mir meine Bitte?“ „Nein, Andreas, Du haſt genug gethan, ich darf
nicht mehr von Dir annehmen. Meiner Hände Ar⸗
beit
„Nein, nein, das dulde ich nicht! Ich ſage Ihnen, 1
ich bin noch reich. Entweder gewähren Sie die Bitte, oder ich muß glauben, daß Sie mir Ihre Freund⸗ ſchaft entzogen haben.“ Mit den Worten knie ich vor ihr und ihre 4 Hand in die meinige, die ſie mit ihren Thränen netzt. „Ich ſtehe nicht eher auf, bis Sie meinen Wunſch gewähren!“ rufe ich bewegt. „In dem Augenblick öffnet ſich die Thüre und herein tritt— Adolphines Großer Gott, welche Ver⸗ änderung iſt mit ihr vorgegangen! Sie iſt immer noch ſchön, aber jeder Zug ihres Antlitzes trägt die
Spuren tiefſten Seelenleidens. Als ſie mich erblickt,
fliegt eine plötzliche Röthe über ihre Wangen und verdrängt ihre gewöhnliche Bläſſe.


