Teil eines Werkes 
5. Th. (1846)
Entstehung
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123 Ja, Herr Andreas, ich gelobe es.

Ich wünſche bei der Frau Gräfin reich, wenig⸗ ſtens wohlhabend zu erſcheinen und ich bin es wirk⸗ lich, denn meine Kunſt bringt mir genug ein.

O, Sie brauchen das nicht zu ſagen, ich errathe Ihren Beweggrund. Ich weiß, was Sie wollen und werde Ihnen nach beſten Kräften helfen.

Wir treten ein. Das Zimmer iſt einfach, aber nicht ärmlich möblirt.

Meine junge Herrin iſt noch nicht auf, ſagt Lucilie.Sie iſt ſeit einiger Zeit recht leidend, die Frau Gräfin weicht nicht von ihrer Seite. Ich will Sie anmelden, Andreas.

Während ich im Zimmer warte, muß ich unwill⸗ kürlich an die Pracht des Hotels zurückdenken. Aber horch. man kommt.. die Thüre öffnet ſich, mein Herz pocht lauter.. meine Wohlthäterin iſt's; mit offenen Armen empfängt ſie mich.

Andreas, ruft ſie mit tiefbewegter Stimme, mein lieber, guter Andreas!

Ich werfe mich ihr zu Füßen, nehme ihre Hand und bedecke ſie mit Thränen.

Stehe auf, Andreas, antwortet ſie,Dein Platz iſt an meinem Herzen. Dann heißt ſie mich neben ſich ſitzen. 2

Du weißt Alles, ſagt ſie, mich zärtlich anſehend, und ich weiß, was Du für uns gethan haſt.

Kein Wort davon, edle Frau.

Andreas, ich muß meinem Herzen Luft machen. Erkenntlichkeit iſt nur für den Undankbaren eine