Teil eines Werkes 
5. Th. (1846)
Entstehung
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Frau Gräfin.

121 litze. Ich frage nicht, wo ſie geweſen iſt, denn ein Blick auf ſie und jeder eiferſüchtige Gedanke iſt ver⸗ ſchwunden.

In zwei Stunden bin ich wieder da, Nanette, ſage ich, von ihr Abſchied nehmend.

Sie folgt mir bis auf die Treppe, macht die Thüre hinter ſich zu und drückt mir ſchüchtern einige Goldſtücke in die Hand.

Nimm das und lege es zu dem übrigen Gelde, flüſtert ſie mir in's Ohr.

Woher das Geld, Nanette?

Nicht wahr, Andreas, Du zürnſt mir nicht, aber all' die ſchönen Geſchenke, die Du mir geſtern mach⸗ teſt, ſind mir nicht nothwendig. Ich brauche keine großen Shawle und ſeidenen Kleider: Du haſt mir oft verſichert, je einfacher ich ſei, um ſo beſſer gefiele ich Dir. Zürne nicht, Andreas, ich habe Alles zurück⸗ gebracht, bis auf ein einfaches Kleid, das ich mir heute Nacht zugeſchnitten und genäht habe, und bis auf dieſen Ring mit den Haaren und dem ſüßen Worte Treue. O, verzeihe mir, Andreas, daß ich dieß gethan habe, ohne Dich zu fragen!

Ihr verzeihen?! Keines Wortes mächtig, drücke ich ſie ſtumm an's Herz und bedecke ſie mit meinen Küſſen.

Genug, genug! ſagt das gute Mädchen errö⸗ thend,Du könnteſt ſonſt glauben, ich hätte es aus Eigennutz gethan.

Endlich reiße ich mich von ihr los und eile zur