Teil eines Werkes 
5. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

120

ehe wir nach Savoyen abreiſen, muß ihnen geholfen ſein. Sie haben Niemand, der für ſie wacht und ſorgt außer mir.“

„Wir warten ſo lange, Andreas. Dein Logis iſt groß genug für uns; bis dahin will ich arbeiten und zuſammenſparen. Gib Acht, Andreas, Glück iſt beſſer als aller Reichthum der Welt.“

Gute Nanette, welch' ein Herz ſpricht aus jedem deiner Worte und Blicke!

„Es iſt noch zu frühe, zu den Damen zu gehen,“ ſagt ſie,„bleibe bei uns und frühſtücke mit uns, dann magſt Du gehen, aber bald wiederkommen. Nicht wahr, Andreas, nach zwei Stunden biſt Du wieder hier, Du vergiſſeſt es nicht?“

Wie könnte ich das vergeſſen? Muß ich ſie doch mit jedem Augenblicke mehr lieben. Sie iſt mehr als gut, ſie iſt ein Engel!

Gleich nach dem Frühſtücke geht Nanette fort, um einige nothwendige Einkäufe zu machen, wie ſie ſagt. Inzwiſchen bleibe ich mit Vater Bernhard allein, der nicht mehr an die Hochzeitsfeier denkt.

„Was wir im Wirthshaus nicht thun,“ ſagt er, „das thun wir bei uns. Wir können hier eben ſo flott tanzen wie dort.“

Braver Alter, du biſt zu jedem Opfer bereit.

„Du thuſt nicht mehr als Deine Schuldigkeit,“ hebt er nach einer Pauſe an,„wenn Du Dich dank⸗ bar erweiſeſt gegen Deine Wohlthäterin.“

Nanette bleibt lange aus. Endlich kommt ſie zurück, ganz erhitzt, aber mit freudeſtrahlendem Ant⸗