Teil eines Werkes 
4. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

118

Mamſell, Mamſell! Sie verlieren Ihr Schnupf⸗ tuch; geben Sie Acht.

Nanette iſt ſchon fort; ſie eilt zum Vater zurück und erzählt ihm, was ſie gehört hat. Bernhard be⸗ greift nicht, wie die Nachricht von der Hochzeit Fräu⸗ lein Adolphinens mich in Verzweiflung habe bringen können, bis ihm Nanette das Geheimniß von mei⸗ ner Liebe zu Avolphinen anvertraut. Jetzt erſt geht ihm ein Licht auf über die Urſache meines geheimen Kummers.

Ja, bekräftigt Peter,der Bruder war verliebt bis über die Ohren. Er geſtand mir einmal, daß der Liebesteufel ihn Nacht und Tag quäle; er ſprach nicht, er malte nicht, er ſang nicht und, was das Meiſte iſt, er nicht.

Wo mag er ſein? ruft Nanette.Statt uns Dein Leid zu klagen, Andreas, fliehſt Du uns! Him⸗ mel, ſollte er in der Verzweiflung.

Sei ruhig, Nanette! Andreas wird an ſeine Mutter, ſeine Freunde denkenz er iſt keiner ſolchen That fähig. Gedulde Dich, er wird ſchon wieder kommen, recht bald. Aber ſeine Mutter darf nichts davon hören..

Der Tag vergeht ohne Nachrichten von Andreas. Als Peter das Papier, worin ich ihm mein ganzes Eigenthum vermachte, an Naneite zeigt, geräth ſie in Verzweiflung. Vergebens ſucht Bernhard ſie zu tröſten, auch Peter thut ſein Möglichſtes, aber gleich darauf fängt er zu weinen an, ſo daß er ſelbſt des Troſtes bedarf.