Teil eines Werkes 
4. Th. (1846)
Entstehung
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wiſſen, ob ſchon wieder was vorgefallen iſt. Was thue ich nicht um Andreas willen; müßt' ich auch in das Haus gehen!

Nanette legt ihre Schürze ab, ſetzt geſchwind ihren Hut auf, wirft das Tuch um und iſt im Um⸗ ſehen verſchwunden. Mit beklommenem Herzen eilt ſie dem Hotel des Grafen zu. Vor der Hauptthüre des Hotels, die um ſieben Uhr Morgens ſtets noch verſchloſſen iſt, entſinkt ihr der Muth: ſie weiß nicht, wie und wornach ſie fragen ſoll. Aber die Angſt um Andreas beſiegt ihre Schüchternheit: ſie läßt den ſchweren Hammer auf die Thüre fallen, daß es laut tönt.

Sie wartet, ſie horcht, aber Niemand regt ſich. Sie klopft nochmals und lauter wie das erſte Mal. Mein Andreas, denkt ſie bei ſich,iſt mehr werth als alle die vornehmen Herren da drinnen, und mir iſt er hundertmal mehr werth! Was kümmere ich mich um die Scheltworte einiger Lakaien, wenn ich Nachricht erhalten kann über meinen Freund.

Endlich öffnet ſich das weite Thor laut knarrend⸗ Nanette tritt ein und blickt ſchüchtern um ſich.

Wer klopft denn ſchon ſo früh? Wir haben die ganze Nacht kein Auge zugethan. Wer da? Was will man? ruft eine Stimme aus der Loge des Thür⸗ hüters, der Nanette verlegen ſich nähert. Sie hat ſchon daran gedacht, nach Mamſell Lucilie zu fragen⸗ aber ſie kann es nicht über's Herz bringen, denn ſie kann Lucilien nicht ausſtehen. Den Grund dieſes Widerwillens wird jede weibliche ſich iaic von ſelbſt denken können. 5