104
„Es ſcheint, Herr, Ihr Gegner hat die Kugel attrapirt.“
„Er iſt bloß verwundet, ich hoffe
„Nur nicht ängſtlich, Herr! Laſſen wir den Chi⸗ rurgus ſorgen.fort, Cocotte. Aber wohin, Herr?“
„Zum Bernhard.“
„Es giebt viele Bernhard in Paris, Herr! Mei⸗ nen Sie den Traiteur?“
„Jahrt in die alte Tempelſtraße. Ich will ſchon rufen, wenn Ihr halten ſollt.“
Ich will mich bei meinem alten Freunde Raths erholen, was zu thun iſt. Hätte ich das nur eher gethan, dann wäre das Duell unterblieben. Ich ver⸗ geſſe jetzt, daß der Marquis Adolphinen liebt.. und ſollte er auch ihr Gemahl werden, ich wünſche, ſeine Wunde möge nicht tödtlich ſein.
Vor Bernhards Hauſe ſteige ich aus. Nanette iſt allein. Als ſie mich ſieht, fliegt ſie in meine Arme und weint laut.
„Was haſt Du denn?“ frage ich.
„Peter ſagte uns, daß Du ganz verſtört geweſen biſt und von ewigem Abſchied geſprochen haſt. O mein Gott, was hab' ich um Dich ausgeſtanden, Andreas! Vater und Peter ſuchen Dich. Gottlob⸗ vaß ich Dich wieder habe. Aber ſage, woher kommſt Du? Warum machſt Du uns ſolche Unruhe? Wie blaß Du biſt! Soll ich Dich nie wieder heiter und glücklich ſehen?“
„Nein, liebe Schweſter, nie mehr! Für mich gibt's kein Glück mehr.“
„Kein Glück mehr, Andreas? O, ſprich nicht ſo,


