Teil eines Werkes 
4. Th. (1846)
Entstehung
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96 „Welch' Glück, Lucilie!“ „Ich will Acht geben, wenn Madame auf ihr Zimmer geht; kommt Madame zufällig in den klei⸗ nen Saal und findet Sie bei ihrer Tochter, ſo geben Sie ſich den Anſchein, als ſeien Sie eben gekommen, ihr einen Beſuch zu machen. Nicht wahr, ich bin gut, gütiger als Sie's verdienen! Ich will jetzt hinunter und Sie rufen, wenn das Fräulein allein iſt.“

Ich ſoll alſo Adolphinen ohne Zeugen ſehen und ſprechen. O, wenn meine Wohlthäterin die Kühn⸗ heit wüßte! Aber Adolphine muß wiſſen, ehe ich ſie auf immer verlaſſe, daß ihr Bild unauslöſchlich in meinem Herzen fortlebt und nie eine Andere darin herrſchen wird.

Wer beſchreibt meine Empfindungen, als Lucilie wieder in's Zimmer tritt und mir winkt, hinunter zu gehen. Noch jetzt weiß ich nicht, wie ich in den Saal gekommen bin, doch höre ich, wie Lucilie mir in's Ohr flüſtert:

„Ich will huſten, wenn Madame zurückkommt.“

Ich öffne die Thüre und ſtehe vor— Adolphinen.

„Sie wieder da, Andreas!“ ſagt ſie lächelnd. „Und Sie wollen mich allein ſprechen? Haben Sie Kummer, den Sie meiner Mutter nicht anvertrauen mögen?“

„Nein, Fräulein Adolphine, aber.. ich wünſchte Ihnen Lebewohl zu ſagen, ehe ich auf immer ſcheide.“

„Was? Eben erſt von Savoyen zurückgekehrt, denken Sie ſchon wieder an die Abreiſe 2“