Teil eines Werkes 
4. Th. (1846)
Entstehung
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92 „Ach, Lucilie, wer iſt Herr ſeines Herzens?“

„Meiner Seel', er hat recht, der Andreas! Nie⸗ mand iſt Herr ſeines Herzens! Und warum ließ man Sie mit dem Fräulein ſpielen und ſingen und zeich⸗ nen und malen? Es ſind ja Kinder, ſagten ſie. Aber, mein Gott, Kinder denken auch und haben auch ihr Theilchen Bosheit, und dabei war er ſo heißblütig, der Andreas...

„Lucilie, liebe Lucilie, einen Gefallen, nur einen!“

„Und der wäre?“*

„Ich weiß, ich tein Adolphinen nicht mehr ſehen; aber ehe ich ganz ſcheide, möchte ich ihr Lebewohl ſagen.“

„Lebewohl? Und mir auch, Andreas?“

„Nein, Lucilie, wir können uns ſehen nach wie vor, wenn auch nicht im Hotel.“

„Sie thun recht, Andreas: nicht mehr geſehen, nicht mehr geliebt!“ Glauben Sie mir, es kommt die Zeit, wo Sie mir Recht geben. Bei den Män⸗ nern heißt's:„aus den Augen, aus dem Sinn!“ bei uns Weibern iſt das anders, denn unſer Herz iſt anders als das Eure.“

„Aber Ihre Antwort, Lucilie?“

„Aber was kann ich dazu thun, Andreas?“

„Nichts weiter, als ihr ſagen, daß ich wieder da bin, daß ich ſie ſehen, mit ihr reden möchte allein nur einen Augenblick! Und wenn ſie einwilligt,

ſo ſagen Sie mir, Lucilie, wenn Madame in ihrem

Cabinet liest, dann arbeitet Adolphine allein im kleinen Salon. und dann, v dann kann ich mit ihr