30
Der Harr ſpricht nich wie unſer Einer und ſieht auch nich ſo aus; Ihr ſeid der Erſte, den ich ſo ge⸗ kleidet ſehe, Harr, und ich wette, Ihr ſeid nich nach Paris gekommen, ſo ju ju, pin pin zu machen. Nir für unchut, Harr, wenn ich das ſage.“
Die Offenheit und Ratürlichkeit des jungen Sa⸗ voyarden gefällt mir.
„Biſt Du ſchon lange aus Savohen ſort, Freund?“
„Schon reacht lange, Harr! Ich war ſieben Jahr' alt und mein Bruder acht, als wir aus Sa⸗ voyen fortgingen. Hab' ſeitdem Schornſtein gefegt wie der leibhaftige Golt ſei bei uns.“
Sieben Jahre alt und mein Bruder acht! Wel⸗ cher Gedanke kommt mir! Ich ſehe ihn aufmerkſam an von Kopf bis zu Fuß. Ja, ja, ſein Geſicht hat offenbar Aehnlichkeit mit... und eilf Jahre ſind in⸗ zwiſchen vergangen. Gott, wenn er's wäre! Mein Herz pocht ſo, daß ich kaum Worte finden kann.
„Wie heißt Dein Geburtsort in Savohen, Freund?“ „Verin, ein Dörſchen am Fuße des Montblanc.“ „Verin! Und Dein Vater?“
„Mein Vater ſtarb kurz⸗ che wir fortgingen.“
„Und Dein Vater hieß?“
„Wie ich, Herr: Georgit, mit Verlaub.“
„Er iſt's, er iſt's.. Peter, kennſt Du mich nicht, Deinen Bruder, Deinen Andreas 2.
Damit ſchließe ich ihn in meine Arme und drücke ihn an mein Herz. Aber Peter ſieht mich ganz verblüfft an.
„Ja, Peter, ich bin's... Dein Bruder, Dein Andreas!“
R.


