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So iſt es denn gewiß, ich ſoll ſie nicht wieder⸗ ſehen. Traurig gehe ich von dannen, gefolgt von Lucilie, die mir auf der Treppe in's Ohr flüſtert:
„Ich komme morgen zu Ihnen in's Atelier.“
„Warum habe ich das Fräulein nicht geſehen?“
„Madame hat ſie auf ihr Zimmer geſchickt, als ſie hörte, daß Sie da ſeien.“
Sie will alſo nicht, daß ich ihre Tochter ſehe. Wäre ſie doch früher ſo vorſichtig geweſen!
Wie im Fluge eile ich aus dem Hotel, kaum im Stande, meine Thränen zurückzuhalten. Ich trete in das erſte beſte Haus, mich dort auszuweinen. Zu⸗ vor betrachte ich mir nochmals Adolphinens Fenſter und ſage bei mir:„Du ſollſt ſie nicht mehr ſehen, nicht mehr ſprechen, nicht mehr den ſüßen Klang ihrer Stimme hören!“
Mein Shmerz wird immer lebhaſter. Gottlob, daß ich hier auf dem dunkeln Gange eines unbe⸗ kannten Hauſes meinen Zähren freien Lauf laſſen kann, daß ich ſie nicht zu unterdrücken brauche.
Plötzlich ſtürmt ein junger Menſch ungefähr in meinem Alter und faſt ſo gekleidet⸗ wie ich ehemals pei Vater Bernhard, laut ſingend in's Haus, tanzt an mir vorüber, der ich ihm ausweiche, und will vie Treppe hinaufeilen. Als er mich in meiner ele⸗ ganten Kleidung wie ein Kind weinen ſieht, bleibt er unſchlüſſig ſtehen und hört auf mit Singen, weiß aber nicht, wie er mich anreden ſoll. Er kommt auf mich zu, geht wieder, huſtet, bleibt ſtehen und kommt nochmals auf mich zu.


