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Zitternd betrete ich das Hotel. Auf der Treppe denke ich daran, daß ich Adolphine ſehen ſoll; ſie iſt ja ſtets bei der Mutter. Lucilie ſieht mich kommen und meldet mich bei ihrer Herrin an. Gleich darauf heißt ſie mich eintreten. Die Frau Gräfin iſt da, aber Adolphine— fehlt.
Madame empfängt mich ungemein freundſchaft⸗ lich, aber mein Herz ſucht Adolphine. Sie wird bald kommen, ſage ich bei mir. Eine Minute ver⸗ geht nach der andern, aber keine Adolphine zeigt ſich. So muß ich denn zurückkehren, ohne mich an ihrem Anblick geweidet zu haben! Gott weiß, ob ich es an Antworten habe fehlen laſſen oder ſonſt woran: genug, mir ſcheint, die Gräſin hat meine Unruhe, meine Ungeduld bemerkt. Unwillkürlich ſind meine Augen ſtets auf die Thüre gerichtet. Madame erkundigt ſich nach Herrn Dermilly's Befinden; ich wollte, ich könnte ihr beſſere Nachricht geben, denn er wird täglich ſchwächer. Ehemals hätte die zart⸗ fühlende Caroline bei der Nachricht von ſeinem Un⸗ wohlſein Allem getrotzt, ihm perſönlich ihre innige Theilnahme zu beweiſen, jetzt begnügt ſie ſich mit Seufzen und Wünſchen. So ändert man ſich mit den Jahren!
Ich muß fort; mein Beſuch hat lange genug ge⸗ dauert. Ich ſtehe auf, aber ich halte mich nicht län⸗ ger; ſtotternd nenne ich Adolphinens Namen.
„Meine Tochter befindet ſich wohl,“ antwortet die Gräfin froſtig;„ich werde Sie Adolphine beſtens empfehlen.“


