Teil eines Werkes 
4. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

So bin ich denn wieder in dem nämlichen Zim⸗ mer, wo ich als eilfjähriger Knabe ſo liebreiche Pflege fand. Die gute Thereſe lebt nicht mehr; ein treuer Diener verſieht jetzt ihre Stelle. Auch das Atelier, wo Roſſignol ſeinen Geſpenſterſpuk trieb, beſehe ich mir wieder. Wo mag der Kerl jetzt ſtecken? Vielleicht hat man ihn ſeiner loſen Streiche wegen längſt fortgejagt aus Paris. Jetzt ſollte er mich nicht mehr an der Naſe herumführen! Herr Der⸗ milly, der aus Rückſicht auf ſeine erſchütterte Geſund⸗ heit nur noch äußerſt ſelten arbeitet, gebraucht keine Modelle mehr.

Es bleibt Dir vorbehalten, Andreas, ſagt er, die von mir angefangenen Gemälde zu vollenden.

Der Umzug aus dem Hotel hat mich dermaßen beſchäftigt, daß ich zu einem Beſuche bei meinen alten Freunden bisher unmöglich habe Zeit finden können. Jetzt aber will ich zu ihnen. Sie wohnen noch an derſelben Stelle. Vater Bernhard hält große Stücke auf ſeine Manſarde, obgleich er recht wohl eine beſſere Wohnung beziehen könnte; ſeine und ſeiner Tochter Arbeit bringt ihnen genug ein. Aber der gute Waſſerträger weiß nichts von Eitel⸗ keit, und wenn ihm Nanette vorſchlägt, einen Stock tiefer hinab zu ziehen, damit er nicht ſo hoch zu ſteigen habe, antwortet er ſeiner Tochter:Meine Beine wiſſen, wohin ſie mich zu tragen, und meine Freunde, wo ſie mich zu ſuchen haben. Wer mei⸗ netwegen nicht eine Treppe yöher ſteigen mag, der thut mir einen Gefallen, wenn er zu Hauſe bleibt.