13
„Schon wieder im Zorn, mein Herr? und ge⸗ gen wen?“
„Ich habe es ſatt! morgen verlaſſe ich das Hotel.“
„Sie verlaſſen das Hotel? ha ha ha! Andreas, was Sie ſagen?“
„Ich würde es gleich verlaſſen ohne den Befeyl der Gräfin, die mich auf morgen zu ſich beſchieden hat.“
„Hören Sie endlich auf, ſo zu ſcherzen, Herr An⸗ dreas; ich werde unwohl, wenn Sie nochmals vom Weggehen reden. o meine Nerven, ich fühle, wie ſie ſtarr werden. o ich falle...
Dabei wirft ſie ſich laut ſeufzend auf den nächſten Stuhl. Als ſie aber ſieht, daß ihre Krämpfe mich nicht ſonderlich rühren und ich nach wie vor mit weiten Schritten im Zimmer herumgehe, da beſinnt ſie ſich plötzlich eines Andern und fliegt auf mich zu.
„Schätzchen, wer hat Sie ſo in Harniſch gebracht, ſprich? Wurmt Sie der engliſche Unterricht beim kleinen Jokey, ſo will ich ihn aufgeben, ſo unſchul⸗ dig er iſt.“
„O nein, Lucilie, fahren damit fort, ſo lange und ſo oft Sie wollen: Sie nicht lange mehr geniren; morgen geht ich fort.“
„Das war der Mühe werth, zu kommen, um gleich wieder zu gehen. Und warum wollen Sie denn fort? was hat man Ihnen gethan?“
„Man hat mich gekränkt, Lucilie, beleidigt, wie einen Miſerabeln behandelt.“
„Wer, Andreas, wer?“
„Der Neffe des Grafen.“


