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Nur eine einzige Thüre trennt mich noch von ihr. Ich Sinnloſer, ſtatt dieſe Leidenſchaft zu nährei, die mich früher oder ſpäter unglücklich machen muß, thäte ich nicht beſſer, ſie zu fliehen? Aber ich kann nicht. Schon habe ich den Thürdrücker in der Hand.. ich öffne leiſe. ich ſehe ſie leſend am Tiſche ſitzen.
Sie hört mich nicht. ſie liest ruhig Pört. Im Spiegel ihr gegenüber betrachte ich ſie mir nach Her⸗ zensluſt: ja, ſie iſt noch ſchöner, noch viel ſchöner geworden! Sie zählt jetzt ſechszehn Jahre. O, daß wir noch in jener Zeit wären, da ich ſie auf dem Arme trug, da ihre zierlichen Finger mit meinen Haarlocken ſpielten.
Indeß bin ich ihr unvermerkt näher gekommen; endlich ſtehe ich dicht bei ihr. Ohne zu wiſſen, was ich thue, ergreife ich ihre Hand und führe ſie an mein Herz.
Adolphine erſchrickt anfangs; als ſie mich aber erkennt, ſcheint ſie pocherfreut.
„Sie wieder da, Andreas?“ ſagt ſie.„O, wie freue ich mich, Sie wieder zu ſehen. Jetzt reiſen Sie nicht mehr, Andreas, nicht wahr? jetzt bleiben Sie bei uns?“
Und dabei läßt mir das reizende Mädchen ihre Hand, die ich begeiſtert an's Herz drücke. Ich bin in ſo ſüßer Verwirrung, daß ich nicht weiß, was ich ſage. Sie ſcheint mein Entzücken zu theilen.
Adolphine?“
„Sie haben mich alſo nicht vergeſſen, präulehg⸗ 3%
Paul de Kock. LXRRvl. 2


