Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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113 der Liebe, du bringſt alle anderen Gefühle zum Schwei⸗ gen, du machſt oft ungerecht, hart, undankbar und ſelbſiſüchtig. Schweſtern, Freunde, Eltern Alles iſt vergeſſen, ſo lange du dauerſt. Aber du biſt nur ein Rauſch. Mit dem Wiedererwachen der Vernunft tritt auch die Freundſchaft in ihre alten Rechte ein!

Mehrere Stunden lang ſtarre ich ſchweigend vor mich hin, in tiefes Nachdenken verſunken. Herr Der⸗ milly iſt ſo zart, mich nicht aufzuſtören aus meinen Träumereien. Endlich ſehe ich mich im Wagen um und finde mich an der Seite deſſen, der mich zu ſeinem Reiſegefährten erkoren hat, und noch habe ich kein ſterbend Wörichen mit ihm gewechſelt.

Verzeihen Sie, Herr Dexmilly, ſage ich, mich ſchnell aufrichtend,ich dachte.

Macht Nichts, Andreas, antwortete er liebreich, ich weiß, was Dich drückt. Im Anfang der Reiſe iſt das Herz noch voll vom Abſchiede. Aber das gibt ſich bald. Sieh' Dich um mit mir in der freien Natur; labe Dich an der ſchönen Landſchaft, an den Feldern, Wieſen und Waldungen; vergiß einen Augenblick Paris: Du findeſt es wieder, wie Du es verlaſſen haſt. Andreas, Du biſt kaum achtzehn Jahre, und ſchon guält Dich die Liebe. Beſiege die Leidenſchaft oder ſie beſiegt Dich und macht Dir viel Kummer. Dieſe Welt iſt nicht für empfindſame Herzen geſchaffen. Nimm' Dir ein Beiſpiel an mir: auch mich hat die Liebe unglücklich gemacht, weil ich meiner Leidenſchaft freien Lauf ließ. Ohne dieſe

Paul de Kock LXRRV. 8