Das ſagt ſie mit tief bewegter Stimme. Ich
nehme ihre Hand, vrücke ſie an mein Herz und ver⸗ ſichere ihr, daß ich Alles thun werde, um mich der Güte deſſen, dem ich nach ihr das Meiſte vrrdanke, ſtets würdig zu beweiſen.
Dann wende ich mich zu Adolphine, verneige mich gegen ſie und will fortgehen.
„Nun, Andreas,“ ſagt meine Wohlthäterin,„und Du umarmſt Adolphine nicht?“
Sie umarmen! Das wagte ich nicht, und noch in dem Augenblicke wage ich's nicht. Aber das lieb⸗ liche Kind ſteht auf und nähert ſich mir einige Schritte. Sie hält mir die roſige Wange hin und ſagt:
„Adieu, Andreas, kommen Sie bald und recht geſund zurück.“
Leiſe berühre ich mit meinen Lippen ihre Wange und ſtürze dann zur Thüre hinaus, denn der Kopf ſchwindelt mir; ich weiß nicht mehr, wo ich bin. Die Erinnerung an dieſen ſeligen Augenblick beglei⸗ tet mich überall hin auf meiner Reiſe.
Sechstes Kapitel.
Die Schweizerreiſe.
Der Wagen rollt dahin; mehrere Meilen trennen mich ſchon von ihr und doch fühle ich den Sammt ihrer Wange noch auf meinen Lippen, doch wehl mich noch ihr ſüßer Athem an, doch bebe ich noch von der zauberiſchen Wirkung ihres Kuſſes!.„Rauſch


