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zwingi mich, zu erröthen. Nach einer Weile hebt ſie auf's Neue an:
„Und wär's Dir recht, wenn ich einen Liebhaber hätte?“
„Warum nicht? wenn er anders gut, redlich, fleißig und verſtändig iſt. kurz ſo⸗ wie Du's ver⸗ dienſt.“
Nanette antwortet Nichts. Sie ſteht auf und trocknet ſich, während ſie ihre Arbeit holt, mit dem Schnupftuch heimlich die Augen. Womit hab' ich ihr denn weh gethan? Ich denke nach, aber finde Nichts; gleich darauf tritt Vater Bernhard in's Zimmer und macht unſerm Geſpräch ein Ende. Vergeblich über die Urſache von Nanettens Kummer nachdenkend, kehre ich in's Hotel zurück.
Hier finde ich Alles in großer Bewegung. Im Hofe des Hotels hält ein Reiſewagen und dicht dabei ſteht ein von Kopf bis zu Fuß beſtaubter Poſtillon. Wer mag denn angekommen ſein? Zum Glücke be⸗ gegne ich alsbald der allwiſſenden Lucilie, die mir die gewünſchte Aufklärung gibt.
„Der Neffe des Herrn Grafen,“ ziſchelt ſie mir in's Ohr,„iſt ſo eben aus dem Wagen geſtiegen.“
„Welcher Neffe? Zum erſten Male höre ich von einem Neffen des Herrn Grafen.“
„Natürlich! denn er iſt erſt kürzlich zu Vermögen gelangt. Er iſt der Sohn einer Schweſter des Herrn Grafen, die einen Marquis von Thurigny heirathete, der ſeiner Wittwe Nichts hinterließ als ſeinen vor⸗
Paul de Kock. LKRKRV. 7


