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Weſen kurirt. Sobald das junge Mädchen einen
Rückfall in die Schwermuth für mich fürchtet, ſteht ſie mir hülfreich bei und verſcheucht mit dem Talis⸗ man ihrer ſüßen Liebkoſungen alle trüben Gedanken in die Zukunft. Bei ihr kann man nur an die Ge⸗ genwart denken.
Trotz dem fühle ich, daß meine Neigung zu Fräu⸗ lein Adolphine täglich inniger wird. Auch Lucilie liebe ich, aber welch' ein Unterſchied zwiſchen meinen Gefühlen für die Eine und die Andere! Bei letzterer iſt meine Schüchternheit gänzlich verſchwunden; ich ſcherze, lache, küſſe, und denke nur an's Vergnügen. Der Anblick ihrer Reize, ihr ſchelmiſches Auge, ihr anmuthiges Weſen entflammt meine Sinnez ich bin wie berauſcht von ſüßer Luſt. Bei Adolphinen bin ich noch immer gleich ſchüchtern, gleich verlegen. Ich hätte ihr tauſend Dinge zu ſagen und finde keine Worte dafür, ich ſehe ſie nur verſtohlen an, ich fürchte und wünſche ihrem Auge zu begegnen. Spricht ſie mit mir, ſo zittere und ſeufze ich; ſieht ſie einen An⸗ dern an, ſo wird mir ich weiß ſelbſt nicht wie ſchwül zu Muthe. Iſt das eigentlich Vergnügen, was ich in ihrer Nähe empfinde? Schwerlich, und voch muß es ſo ſein, weil ich für dieſen Genuß alle Genüſſe, die Lucilie mir gewährt, hingeben würde. Es gibt alſo zwei Arten von Liebe. Wie kommt es, daß man der Liebe, die uns glücklich macht, die andere vor⸗ zieht, die uns Schmerzen bringt?
Ungeachtet Luciliens Verbot ſehe ich Nanetten nach wie vor. Das gute Kind nimmt in Allem,


