Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—————

41

„Und Deine Mutter, Andreas? Sie kann das Geld beſſer brauchen, als Nanette die Uhr. Durch ſolche Geſchenke richteſt Du Dich zu Grunde, An⸗ dreas.“

„O nein, nein! Seht, das iſt für meine Mut⸗ ter. Die Frau Gräfin iſt ſo gut! Sie kommt allen meinen Wünſchen zuvor.“

„Mag ſein, Andreas; aber ich dulde nicht, daß Du je wieder Nanette ſolche Geſchenke machſt. Sie iſt keine Prinzeſſin, was ſoll ſie mit ſo ſchönen Sa⸗ chen? Mit Dir iſt es anders, der Du in der vor⸗ nehmen Welt lebſt. Wir ſind arme Leute und ich will nicht, daß meine Tochter ſich wie eine große Dame trägt.“

Nanette hört ihm mit Thränen in den Augen zu und will mir die Uhr zurückgeben. Nur mit gkößter Mühe beſchwichtige ich den ehrlichen Waſſerträger. Er iſt unendlich zartfühlend, und doch beſucht er weder die Börſe, noch die Hofwelt, noch die Ge⸗ ſchäftsmänner.

Nach vielem Angenehmen muß ich Nanetten Etwas mittheilen, was ſie betrüben wird. Meine Wohlthä⸗ terin will nämlich demnächſt auf's Land gehen, wo ſie ſeit mehren Jahren nicht geweſen iſt, und ich weiß gewiß, daß ſie mich mitnimmt.

„O mein Gott,“ ſeufzt Nanette,„und wie lange wirſt Du ausbleiben?“

„Ich weiß es nicht, Nanette.“

Ich mag ihr nicht ſagen, daß wir vielleicht meh⸗ rere Monate abweſend ſind.