Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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„Wiſſen Sie, mein Herr, daß es nicht recht ge⸗ handelt iſt, das Vertrauen und die Gutmüthigkeit dieſes Kindes ſo zu mißbrauchen, um ihm ſein er⸗ ſpartes Geld abzulocken?“

Roſſignol beißt ſich die Lippen, ſieht auf den Bo⸗ den nieder und antwortet mit erkünſtelter Stimme:

„Eine ganze Vande Unglücklicher ſchickt mich zu meinem kleinen Freunde, weil ſie ſein gutes Herz und ſeine Mittel kennt. Iſt es denn Unrecht, den Kleinen zum Wohlthun zu ermuntern?“

„Gewiß nicht, mein Herr, und Andreas iſt Herr ſeines Geldes. Aber ehe man gibt, ſoll man wiſſen, ob die Armen der Unterſtützung werth ſind. Die Erſparniſſe dieſes Kindes ſollen nicht zur Ermunte⸗ rug des Laſters und der Trägheit dienen.“

Bei dieſen Worten ſteckt Roſſignol ſeine alte Raufbolderei auf und fragt in unverſchämtem Tone:

„Was bedeuten dieſe Winke?“

„Sie bedeuten,“ antwortet Lueilie,„daß Sie das Geld dieſes Kindes vergeudet und ihm dafür veine alte Clyſtirſpritze zugeſteckt haben.“

„Eine neue, mit Verlaub. Ich will ſie an Ih⸗ nen probiren, zum Beweiſe.“

„Heute wollen Sie daſſelbe Experiment wieder⸗ holen.“

„Mamſell, reden Sie leiſer, oder...“

„Ich rede ſo laut oder leiſe, wie ich will. Und wenn Sie noch länger impertinent ſind, laß ich Sie hinausjagen oder verbiete Ihnen, je wieder das Ho⸗ tel zu betreten. Verſtanden? Derlei Unverſchämt⸗