Dennoch will er mich um jeden Preis ſehen. Je länger je mehr erblickt er in mir eine unerſchöpf⸗ liche Geldgrube, die ihn, bei einiger Geſchicklichkeit von ſeiner Seite, gegen jeden Mangel ſichern ſoll.
Er erinnnert ſich, daß ich beim Herrn Grafen von Franconard wohne, der mich mit Güte über⸗ häufe. Gleich ſetzt er ſich in Bewegung, durchſtöbert alle Quartiere in Paris und erfragt endlich die Wohnung des Herrn Grafen.
Nachdem er den Rock beſtmöglichſt von den Oel⸗ flecken gereinigt, die Schuhe, in Ermangelung eng⸗ liſcher Wichſe, mit Brodkrummen geputzt, den Pan⸗ talon ſorgfältig angezogen, den Weſtenkragen zier⸗ lich aufgerollt, die Cravatte bis über den Mund zu⸗ ſammengebunden, den Hut auf's linke Ohr geſtülpt und ſich zwei Schmachtlocken über's rechte Auge ge⸗ dreht hat, begibt er ſich auf den Weg in das gräf⸗ liche Hotel, wie gewöhnlich mit Bambusrohr, zier⸗ lich gerundetem linkem Arme und frechſtolzer Miene. Dabei hüpft er auf den Fußſpitzen über das Pflaſter und ſucht ſich immer die beſte Stelle aus, als fürchte er, ſeine Beinkleider zu verderben.
Im Hofe des Hotels wird er vom Portier ange⸗ halten.
„Wohin, mein Herr?“
„Zu meinem Freunde,“ antwortet dreiſt und geht weiter.
Aber der Portier vertritt ihm den Weg, denn das Ausſehen Roſſignols flößt ihm kein Vertrauen ein.
„Zu welchem Freunde, wenn ich bitten darf?


