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furchtbar iſt dein Zorn! Geſchwind zieh' ich meine letzten dreiunddreißig Sous aus der Taſche, lege ſie dem Greiſen zu Füßen und ftürze die Treppe hinun⸗ ter, ehe ſie mir leuchten können.“
„Gott vergelte Ihnen die gute That, Herr Roſſig⸗ nol.“
„Hätt' ich nur hundert Franken gehabt, Andreas,
ich hätte ſie den Armen eben ſo gern gegeben. Aber
was nützen dreiunddreißig Sous? Heute Morgen ging ich wieder zu ihnen. Denke Dir, ein Un⸗ menſch von Hauseigenthümer hat ſie mitſammt ihren ſieben Sachen auf die Straße geſetzt, weil ſie den Miethzins nicht zahlen können, und droht, den Greis noch heute einſtecken zu laſſen, wenn er ihm nicht die ſchuldigen acht bis neun Vuisd'or zahlt. Mein Gott, ein Künſtler, der auf der Straße campirt, eine Tante ohne Strumpfband, ein Bruder ohne Hoſen, eine ganze Familie vhne Obdach, ohne an⸗ dere Nahrung als Katzenfleiſch! O, wär' ich reich⸗ ich wolſte ihnen geben, ſo viel ſie bedürfen⸗ Leider hab' ich nichts als dieſe Clyftirſpritze; aber auch die will ich mit ihnen theilen.“ Bei dieſen Worten verdeckt ſich Roſſignol das ganze Geſicht mit dem Schnupftuche und ſchluchzt⸗ als wolle er erſticken. Das Herz wird mir groß: 7 ich denke an das Elend der Familie, an den Greis, der mit dem Kerker bedroht iſt. Ich ſehe meine Börſe an und ſage bei mir: 107
„Damit kann ich viel Gutes thun. Nanette er⸗ wartet kein Geſchent, ſomit hat's keine Eile. U


