Teil eines Werkes 
3. Th. (1846)
Entstehung
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nicht eher, bis man verſpricht, dem Armen zu helfen. Sie heißt mich ihren kleinen Andreas. Hat ſie was nicht gut gemacht, ſo droht man ihr:heute Abend darfſt Du nicht mit Andreas ſpielen, und gleich gibt ſie ſich alle erdenkliche Mühe.

Faſt jeden Morgen gehe ich zum Vater Bernhard. Die Erziehung hat meine Sprache und Sitten ſehr verändert, aber mein Herz, fühle ich, iſt das alte ge⸗ blieben und ſoll es bleiben. Ich habe meine Freunde nach wie vor gleich lieb. Wenn oft Nanette ſeufzt: Sie machen aus Dir einen vornehmen Herrn, Andreas; biſt Du erſt klug und gelehrt, ſo wirſt Du uns arme Leute auslachen, dann nehme ich ſie in meine Arme und ſuche ihr begreiflich zu machen,

daß Geiſt und Herz zwei Dinge ſind, die uns kein

Gold der Erde geben oder nehmen kann⸗

Ich bin jetzt ſechs Monate im Hauſe des Herrn Grafen und doch habe ich ihn erſt zweimal zu Ge⸗ ſicht bekommen. Er ſah mich höhniſch an, brummte Etwas zwiſchen den Zähnen und liebkoste dann ſeinen Hund. Gottlob, daß ich ihn nur ſo ſelten ſehe. Aber das kommt, weil ich, mich ſchnell auf mein Zimmer flüchte, ſobald ich Cäſar vor der Thüre der Frau Gräfin bellen höre; dann, weiß ich, iſt der Herr Graf im Anzuge.

Mamſell Lucilie iſt immer gleich gefällig gegen mich. Ich habe längſt bemerkt, daß man mit ihrer Gunſt Alles durchſetzen kann im Hauſe. Der Portier murrte über mein frühes Ausgehen, weil es ihn aus ſeiner Morgenruhe ßörte, bis Mamſell Lucilie ihm

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